Brief des Judas (Bruder des
Jakobus), Verse 3 bis 25
„Liebe Brüder, da es mich
sehr drängt, euch über unsere gemeinsame Rettung zu schreiben, halte ich es
für notwendig, euch mit diesem Brief zu ermahnen: Kämpft für den
überlieferten Glauben, der den Heiligen ein für allemal anvertraut ist. Denn
es haben sich einige Leute eingeschlichen, die schon seit langem für das
Gericht vorgemerkt sind: gottlose Menschen, die die Gnade unseres Gottes dazu
missbrauchen, ein zügelloses Leben zu führen, und die Jesus Christus, unseren
einzigen Herrscher und Herrn, verleugnen. Zwar wisst ihr alles ein für allemal;
aber ich will euch dennoch daran erinnern: Obwohl der Herr das Volk aus Ägypten
gerettet hatte, hat er später alle vernichtet, die nicht glaubten. Die Engel,
die ihren hohen Rang missachtet und ihren Wohnsitz verlassen haben, hat er mit
ewigen Fesseln in der Finsternis eingeschlossen, um sie am großen Tag zu
richten. Auch Sodom und Gomorra und ihre Nachbarstädte sind ein Beispiel: In
ähnlicher Weise wie jene trieben sie Unzucht und wollten mit Wesen anderer Art
verkehren; daher werden sie mit ewigem Feuer bestraft. Genauso beflecken sich
auch Träumer, sie missachten die Macht des Herrn und lästern die
überirdischen Mächte. Als der Erzengel Michael mit dem Teufel rechtete und
über den Leichnam des Moses stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und
zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken. Diese
jedoch lästern über alles, was sie nicht kennen; was sie aber wie die
unvernünftigen Tiere von Natur aus verstehen, daran gehen sie zugrunde. Weh
ihnen! Sie sind den Weg Kains gegangen, aus Habgier sind sie dem Irrtum Bileams
verfallen, der Aufruhr Korachs hat sie ins Verderben gestürzt. Diese Menschen
sind ein Schandfleck bei eurem Liebesmahl, an dem sie ohne Scheu teilnehmen und
es sich gut gehen lassen; sie sind Hirten, die eine Weide für sich selber
suchen. Wasserlose Wolken sind sie, von den Winden dahingetrieben; Bäume, die
im Herbst keine Frucht tragen, zweimal verdorrt und entwurzelt; wilde
Meereswogen, die ihre eigene Schande ans Land spülen; Sterne, die keine feste
Bahn haben; ihnen ist auf ewig die dunkelste Finsternis bestimmt. Auch ihnen
gilt, was schon Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt hat: „Seht, der Herr
kommt mit seinen heiligen Zehntausenden, um über alle Gericht zu halten und
alle Gottlosen zu betrafen wegen all ihrer gottlosen Taten, die sie verübt
haben, und wegen all der frechen Reden, die die gottlosen Sünder gegen ihn
geführt haben.“ Sie sind Nörgler, immer unzufrieden mit ihrem Geschick; sie
lassen sich von ihren Begierden leiten; sie nehmen große Worte in den Mund und
schmeicheln den Menschen aus Eigennutz. Ihr aber, liebe Brüder, denkt an die
Worte, die von den Aposteln Jesu Christi, unseres Herrn, im Voraus verkündet
worden sind, als sie euch sagten: Am Ende der Zeit wird es Spötter geben, die
sich von ihren gottlosen Begierden leiten lassen. Sie werden die Einheit
zerstören, denn es sind irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht
besitzen. Ihr aber, liebe Brüder, gründet euch auf euren hochheiligen Glauben,
und baut darauf weiter, betet in der Kraft des Heiligen Geistes, haltet fest an
der Liebe Gottes und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der
euch das ewige Leben schenkt. Erbarmt euch derer, die zweifeln; rettet sie,
entreißt sie dem Feuer! Der anderen aber erbarmt euch voll Furcht; verabscheut
sogar das Gewand eines Menschen, der der Sünde verfallen ist. Dem einen Gott
aber, der die Macht hat, euch vor jedem Fehltritt zu bewahren und euch untadelig
und voll Freude vor seiner Herrlichkeit treten zu lassen, ihm, der uns durch
Jesus Christus, unseren Herrn, rettet, gebührt die Herrlichkeit, Hoheit, Macht
und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und für alle Zeiten. Amen.“